Midland ER300 Test

Das Midland ER300 ist ein Kurbelradio im oberen Preisspektrum. Wie das Modell dennoch eine Top-Platzierung in meinem Kurbelradio Test erreichen konnte, erfährst du im folgenden Testbericht. Dazu habe ich das Radio ganz genau im Praxistest untersucht.

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Maße und Gewicht

Das Midland ER300 ist eines der größeren Kurbelradios auf dem Markt. Im Vergleich zu anderen Modellen wirkt das ER300 sogar wie ein wahrer Riese.

Die Maße des Radios betragen 19,2 x 8,6 x 5,7 cm. Das Gewicht wiederum liegt bei rund 470 g inklusive Lithium-Ionen-Akku. Alles in allem nimmt das ER300 somit recht viel Platz im Gepäck ein und lässt sich auch nicht so leicht transportieren wie Modelle mit geringerem Gewicht. Für einen einfachen Camping-Trip, bei dem man nur den Rucksack dabeihat, kann ich das Midland ER300 entsprechend nur bedingt empfehlen.

 

Stromversorgung

Im Midland ER300 befindet sich ein 2.000 mAh starker Lithium-Ionen-Akku. Dieser ist nicht nur sehr langlebig, sondern kann das Kurbelradio auch über mehrere Stunden (25 Stunden laut Midland) mit Strom versorgen.

Der Akku lässt sich auf folgenden Wegen aufladen:

  • Per USB-Kabel über ein Netzteil, eine Powerbank, ein Laptop oder PC.
  • Mit Sonnenenergie über das Solarpanel auf der Oberseite des Radios.
  • Von Hand mithilfe der Kurbel am Radio.

Alternativ zum Akku können 6 AA-Batterien verwendet werden. Bei diesen sind wiederaufladbare Batterien zu bevorzugen. Schließlich kann deren Ladung ebenfalls über die zuvor genannten Stromquellen wieder aufgefrischt werden.

Für das Aufladen mithilfe der USB-Schnittstelle liegt ein entsprechendes Kabel bei der Lieferung bei. Über dieses kann das Radio zum Aufladen mit einem PC, einem Netzteil oder einer Powerbank verbunden werden.

Eine weitere Möglichkeit zum Aufladen des Akkus besteht natürlich in der Nutzung der Kurbel auf der Rückseite. Diese wird per Muskelkraft betrieben. Durch die Umdrehungen wird ähnlich wie bei einem Fahrrad-Dynamo Strom erzeugt.

Die Kurbel sollte nicht verwendet werden, um den Akku vollständig aufzuladen. Das würde mehrere Stunden dauern und wäre schlichtweg zu anstrengend. Stattdessen kann die Kurbel genutzt werden, um den Akku kurzzeitig aufzuladen. Laut Anleitung muss man eine Minute kurbeln, um das Radio 9 Minuten lang zu betreiben. Das hat mein Praxistest so auch in etwa bestätigt.

Die letzte Möglichkeit zum Aufladen des Akkus ist eine Solarzelle auf der Oberseite des Radios. Wenn diese Sonnenlicht ausgesetzt wird, lädt sie ebenfalls den Akku auf.

Unabhängig von der Methode zur Stromerzeugung blinkt beim Ladevorgang auf der Vorderseite eine rote Lampe. Diese erlischt sobald der Akku vollständig aufgeladen ist. Außerdem ist auf dem Display des Radios der aktuelle Ladestand einsehbar.

 

Radioempfang

Mithilfe des ER300 lassen sich folgende Frequenzbereiche empfangen:

  • MW / AM : 531 – 1629 kHz
  • FM: 87,5 – 108 MHz

Für einen guten Empfang besitzt das Radio eine ausziehbare Antenne an der rechten Seite. Diese lässt sich sehr weit ausziehen, wie auf dem nachfolgenden Bild zu sehen ist. Selbst viele andere Kurbelradios besitzen nicht derartig lange Antennen. Damit wird ein guter Radio-Empfang sichergestellt.

Sender, die auch “normale” Radios oder Autoradios bei mir zuhause empfangen, konnte das Kurbelradio ebenfalls sehr gut empfangen. Entsprechend war nur sehr selten ein Knacken/Rauschen bemerkbar.

 

Sound-Qualität

Für ein Kurbelradios ist die Sound-Qualität beim Midland ER300 vollkommen in Ordnung. Die Musik klingt kräftig und es sind keine störenden Nebengeräusche bemerkbar. Entsprechend kann man das Radio besten Gewissens zur Unterhaltung am Lagerfeuer oder im Zelt einsetzen.

Die Lautstärke passt ebenfalls. Auf höchster Stufe ist das Radio auch mit einer gewissen Distanz wahrnehmbar. Nur in (sehr) lauten Geräuschkulissen könnte der Klang untergehen.

 

Bedienbarkeit

Die meisten Kurbelradios setzen auf drehbare Knöpfe, um die Radiosender auszuwählen sowie die Lautstärke einzustellen. Beim ER300 ist das anders. Midland setzt bei der Bedienung seines Radios auf klassische Knöpfe.

Auf der Vorderseite des Kurbelradios befinden sich sechs Knöpfe mit folgenden Funktionen (von links nach rechts):

  • Ein-/Ausschalter & Frequenzberich-Auswahl
  • Menü
  • Lautstärke niedriger
  • Lautstärke höher
  • Frequenz niedriger
  • Frequenz höher

Die Lautstärke kann über 12 Stufen eingestellt werden. Damit ist eine Änderung der Lautstärke leicht und schnell möglich. Eine stufenlose Einstellung ist jedoch nicht möglich.

Die Frequenz lässt sich mit Sprüngen von 0,05 kHz bzw. MHz (je nach Frequenzbereich) einstellen. Damit ist die Auswahl des Radiosenders wesentlich präziser möglich als bei Modellen mit drehbarem Knopf. Hierzu trägt auch die digitale Anzeige bei. Diese zeigt exakt die eingestellte Frequenz an, während die meisten anderen Modelle lediglich einen Zeiger zur Anzeige besitzen. Allerdings dauert es recht lange durch den kompletten Frequenzbereich zu wechseln.

Weiterhin gibt es oben auf dem Radio einen Knopf zur Nutzung der Taschenlampe. Bei dieser gibt es drei Modi abhängig davon, wie häufig der Knopf gedrückt wird (siehe weiter unten). Auch diese Art der Bedienung ist sehr intuitiv.

Rechts am Radio befindet sich zudem ein Schalter. Mit diesem lässt sich die zu nutzende Stromquelle einstellen (Lithium-Ionen-Akku oder AA-Batterien).

 

Zusatzfunktionen

Das Midland ER300 ist eines der Kurbelradios aus meinem Test mit den meisten Zusatzfunktionen. Bevor ich auf die einzelnen Zusatzfunktionen eingehen werde, möchte ich dir mit folgender Tabelle einen Überblick geben:

Zusatzfunktion

Vorhanden?

Kopfhöreranschluss

Taschenlampe

helle LED (130 Lumen)

USB-Anschluss

USB 2 zum Aufladen von Handys & MP3-Playern; Micro-USB zum Aufladen des Akkus im Kurbelradio

SD-Karten-Anschluss

Alarm-Funktion

LED sendet SOS-Signal als Morsecode aus

Ultraschall-Hundepfeife

zur Hilfe in Notfallsituationen

Wasserdichtigkeit

keine Angabe

Zur Wasserdichtigkeit des Midland ER300 konnte ich keine Angaben finden. Deshalb würde ich ganz klar davon abraten, das Kurbelradio bei Regen, Niederschlag oder anderer Nässe zu verwenden. In der Regel sind Outdoor-Geräte von Midland allerdings sehr robust und widerstandsfähig.

Links am Radio befindet sich eine Taschenlampe mit integrierter LED. Das ist typisch für viele Kurbelradios. Was allerdings nicht typisch ist, ist der Fakt, dass die Leuchte nicht einfach nur ein- und ausgeschaltet werden kann. Stattdessen besitzt die Lampe drei Modi:

  1. Gedimmtes Licht.
  2. Helles Licht.
  3. Blinken im Morse-Code für “SOS” (· · · − − − · · · ).

Die Leuchtkraft ist aufgrund der verbauten LED mit bis zu 130 Lumen sehr stark.

Die Anschlüsse des Kurbelradios von Midland umfassen einen USB-Ausgang sowie einen Micro-USB-Eingang. Über den USB-Ausgang können andere elektrische Geräte am Kurbelradio aufgeladen werden. Das Radio funktioniert dann als eine Powerbank. Über den Micro-USB-Eingang wiederum kann der Akku im Radio aufgeladen werden.

Eine Besonderheit des ER300 ist ein Kopfhöreranschluss. Damit können normale Kopfhörer per Klinkenanschluss mit dem Radio verbunden werden. Eine solche Möglichkeit besitzen nur die wenigsten Kurbelradios.

Ein weiteres sehr nützliches Feature des ER300 ist eine integrierte Hundepfeife. Mit dieser können Hunde von Rettungsteams angelockt werden. Diese Funktion kann in bestimmten Situationen über Leben und Tod entscheiden.

 

Preis-Leistung

Bereits ein der Einleitung habe ich geschrieben, dass das Midland ER300 zu den teureren Kurbelradios auf dem Markt gehört. Ich selbst habe dafür 63,99 € gezahlt. Damit kostet es zum Teiol dreimal so viel wie seine Konkurrenten. Dennoch würde ich das Preis-Leistungs-Verhältnis als “Gut” bewerten. Das liegt in erster Linie an seiner überlegenen Bedienbarkeit sowie den großen Funktionsumfang.

 

Fazit – Midland ER300 Test

Wenn du auf der Suche nach einem Kurbelradio der absoluten Oberklasse bist, kann ich dir das Midland ER300 nur empfehlen. Es ist zwar recht teuer, kann dafür aber auch mit entsprechenden Funktionen aufwerten. Außerdem hat mich vor allem die Bedienbarkeit im Vergleich zu günstigeren Modellen überzeugt. Der einzige Nachteil neben dem Preis ist in meinen Augen eine fehlende Schutz-Zertifizierung. Damit könnte die Benutzung bei Niederschlag bzw. Feuchtigkeit unter Umständen Probleme bereiten.

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Marcel

Hi! Ich bin Marcel und berichte hier auf kurbelradio-test.de über meine eigenen Erfahrungen mit Kurbelradios. Da ich jedes Radio selbst getestet habe, kann ich authentisch und aus eigener Hand berichten. Mehr über mich.

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